Gemeinsam für die Kleinsten
GEDERN / HIRZENHAIN – Die Zukunft der Kindertagesstätte in Wenings ist weiter ungeklärt. Statt einer Sanierung des alten Gebäudes strebt die Gederner CDU einen Neubau an anderer Stelle an.
Sanierungsstau und Platznot
Die Kindertagesstätte in Wenings ist in einem schlechten baulichen Zustand. Zudem entsprechen die Räumlichkeiten nicht mehr den heutigen Standards. Es fehlen ein Turn- und ein Personalraum, ein angemessener Wickelbereich sowie Kapazitäten für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren.
Im Januar waren Vertreter der Gederner CDU in der Einrichtung, um sich einen Überblick über die momentane Betreuungssituation zu verschaffen. Aufgrund der gewonnen Eindrücke stehen die Christdemokraten der ursprünglich angestrebten Erweiterung und Sanierung der Kindertagesstätte ausgesprochen kritisch gegenüber und favorisieren nunmehr einen Neubau an anderer Stelle.
Das Bestandsgebäude bietet schlicht nicht die Möglichkeiten für einen zeitgemäßen Umbau. Hinzu kommen die unvorhersehbaren Kosten einer Sanierung und die Probleme der vorübergehenden Unterbringung der Erzieherinnen und Kinder. Während der Sanierungsmaßnahmen stünden die Räumlichkeiten nicht zur Verfügung. Eine Verteilung auf die anderen städtischen Kindergärten ist nicht umsetzbar, eine Übergangslösung mit Containern wie derzeit in Ober-Seemen verursacht nicht nur Kosten, sie könnte bei einer so weitreichenden Sanierung auch zur Dauerlösung werden. Die CDU hat daher beantragt, eine belastbare Kostenschätzung für den Neubau
vorzulegen und mögliche Standorte zu prüfen.
Hirzenhainer CDU an interkommunaler Zusammenarbeit interessiert
Auch in der Nachbargemeinde Hirzenhain ist die Lage angespannt. Laut Bedarfsplan des Wetteraukreises ist eine zusätzliche Gruppe nötig, wobei der Platz dafür auf dem jetzigen Grundstück nicht ausreicht. Sozialräume sucht man auch in Hirzenhain vergeblich. Da bereits Kinder aus Merkenfritz die Einrichtung in Wenings besuchen und Anfragen aus Hirzenhain aufgrund von Platzmangel abgelehnt werden mussten, wird deutlich: Eine isolierte Betrachtung der Standorte stößt an ihre Grenzen.
Neubau statt Kompromisslösung
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Überlegung einer interkommunalen Zusammenarbeit an Attraktivität. Ein Neubau in Wenings bietet gegenüber der „Sanierung im Bestand“ entscheidende Vorteile: Ein modernes Gebäude ermöglicht von Beginn an die Integration von U3-Plätzen, evtl. auch einer Familiengruppe, Sozialräumen und einem ausreichend großen Turnraum. Statt hohe Summen in ein problematisches Bestandsgebäude zu investieren, fließt das Kapital in eine nachhaltige und flexible Immobilie. Der Bau kann unabhängig vom laufenden Kindergartenbetrieb erfolgen, was Stress für Kinder, Eltern und Erzieher vermeidet.
Strategische Weichenstellungen
Als Alternativlösung in Hirzenhain steht der Erwerb von Grundstücksteilen der Klosterschänke im Raum. Im Gegensatz dazu bietet die interkommunale Variante die Chance, Kräfte zu bündeln und Kosten einzusparen. „Tranzparenz ist uns ein zentrales Anliegen“, so der Hirzenhainer CDU-Vorsitzende Andreas Müth. Ziel ist es, eine Infrastruktur zu schaffen, die nicht nur den gesetzlichen Anforderungen entspricht, sondern ein attraktives Umfeld für junge Familien in beiden Kommunen bietet. Sein Gederner Amtskollege Lukas Langlitz ergänzt: „Die Kindertagesstätten gehören du den absoluten Kernaufgaben einer Gemeinde. Wir werden dieses Projekt daher mit Nachdruck verfolgen, um schnell zu Ergebnissen zu kommen. Das Interesse unserer Hirzenhainer CDU-Kollegen an einer Zusammenarbeit
begrüßen wir ausdrücklich. Ein Zustandekommen wäre eine absolute Bereicherung für beide Seiten.“